Stand: 16.10.2026
Nutzungsbedingungen
Diese Bedingungen regeln die Nutzung von Aktaro (nachfolgend „Plattform“) durch Versicherungsmaklerbüros und andere gewerbliche Versicherungsvermittler (nachfolgend „Kunde“). Anbieter ist die AURIVA Group OÜ, Ahtri tn 12, 15551 Tallinn, Estland (nachfolgend „Anbieter“). Die Plattform richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne von § 14 BGB.
§ 1 Gegenstand
Der Anbieter stellt dem Kunden eine über das Internet nutzbare Software zur Führung von Kundenakten und zur Erstellung, Dokumentation und Aushändigung von Beratungsdokumentationen nach §§ 60–62 VVG sowie zugehörige Werkzeuge (Aufgaben, Fristen, Erstinformation, Auswertungen) zur Verfügung. Die Plattform unterstützt den Kunden bei der Erfüllung seiner gesetzlichen Pflichten; sie erbringt keine Rechtsberatung und übernimmt keine Pflichten des Kunden.
§ 2 Registrierung und Vertragsschluss
Der Vertrag kommt mit der Einrichtung eines Büros durch eine vertretungsberechtigte Person des Kunden zustande. Der Kunde bestätigt bei der Einrichtung, dass er zur Vermittlung von Versicherungen berechtigt ist (§ 34d GewO) und nennt seine Registernummer. Der Kunde kann weitere Nutzer seines Büros einladen; er ist für deren Handlungen verantwortlich.
§ 3 Leistungen des Anbieters
Der Anbieter stellt die Plattform in der jeweils aktuellen Fassung bereit und entwickelt sie fort. Funktionen, die mit Sprachmodellen arbeiten (Transkription, Auswertung von Notizen, Vorschläge für Texte und Anschreiben, semantische Suche), liefern Vorschläge, die der Kunde vor der Übernahme prüfen muss; sie ersetzen nicht die fachliche Beurteilung des Vermittlers. Der Anbieter schuldet eine Verfügbarkeit von 99 % im Monatsmittel, ausgenommen angekündigte Wartungsfenster und Störungen außerhalb seines Einflussbereichs.
§ 4 Pflichten des Kunden
Der Kunde hält Zugangsdaten geheim, nutzt den zweiten Faktor für alle Nutzer und meldet Verdachtsfälle unverzüglich. Er nutzt die Plattform nur für den vorgesehenen Zweck und im Einklang mit dem geltenden Recht, insbesondere VVG, VersVermV, GewO, GwG und DSGVO. Für die Inhalte der Beratungsdokumentationen, die Richtigkeit der Angaben, die Einholung erforderlicher Einwilligungen seiner Kunden (etwa für Gesundheitsdaten und Aufzeichnungen), die Beachtung von Widersprüchen (etwa gegen die KI-Verarbeitung) und die Aushändigung gesetzlich vorgeschriebener Informationen ist ausschließlich der Kunde verantwortlich.
§ 5 Datenschutz
Der Kunde ist Verantwortlicher für die personenbezogenen Daten seiner Kunden; der Anbieter verarbeitet sie als Auftragsverarbeiter. Die Parteien schließen dazu den Auftragsverarbeitungsvertrag, der bei der Einrichtung des Büros angenommen wird und Bestandteil dieses Vertrags ist.
§ 6 Vergütung
Während der Erprobungsphase ist die Nutzung unentgeltlich. Preise, Abrechnungszeitraum und Zahlungsweise für den Regelbetrieb werden vor dessen Beginn gesondert vereinbart.
§ 7 Laufzeit, Kündigung, Datenrückgabe
Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit und kann von beiden Seiten mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende gekündigt werden; das Recht zur außerordentlichen Kündigung bleibt unberührt. Nach Vertragsende stellt der Anbieter dem Kunden seine Daten für 90 Tage zum Export in einem gängigen Format bereit und löscht sie anschließend, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht des Anbieters entgegensteht.
§ 8 Haftung
Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt; im Übrigen ist sie ausgeschlossen. Der Anbieter haftet nicht für Beratungsentscheidungen des Kunden, für die inhaltliche Richtigkeit von Vorschlägen aus Sprachmodellen oder für die Erfüllung gesetzlicher Pflichten des Kunden. Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt.
§ 9 Änderungen
Der Anbieter kann diese Bedingungen mit einer Frist von sechs Wochen in Textform ändern. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb der Frist, gelten die Änderungen als angenommen; darauf wird in der Mitteilung hingewiesen. Bei Widerspruch kann jede Seite den Vertrag zum Zeitpunkt des Inkrafttretens kündigen.
§ 10 Schlussbestimmungen
Es gilt deutsches Recht. Ausschließlicher Gerichtsstand ist, soweit der Kunde Kaufmann ist, der Sitz des Anbieters. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt der Vertrag im Übrigen wirksam.